Ankündigung: Geotag 2013

Am 21. Juni 2013 wird im E.ON ERC Gebäude der diesjährige Geotag stattfinden. Das Programm der vom Institut für Applied Geophysics and Geothermal Energy organisierten Veranstaltung finden Sie unter diesem Link.

Veröffentlicht am 6. Juni 2013 unter Geotag, Termine von Redaktion

Geotag 2012

Am 22. Juni 2012 fand in der Couvenhalle–in diesem Jahr organisiert vom Lehrstuhl für Ingenieurgeologie und Hydrogeologie–der Geotag 2012 statt. Die Themen der
diesjährigen Vorträge drehten sich alle um das Thema Ingenieurgeologie, da der ausrichtende Lehrstuhl traditionell die Gelegenheit nutzt, sein Forschungsgebiet vorzustellen. Den Anfang machte Dr. Matthias Mühlenkamp vom Ingenieurbüro Heitfeld-Schetelig, der über die technischen Herausforderungen und geotechnischen Anforderungen bei der Erweiterung des Pumpspeicherwerks Vianden in Luxemburg berichtete. Im Anschluss folgte Dr. Christian Arnhardt von der Deutschen Bahn International GmbH, übrigens ein ehemaliger Doktorand des Lehrstuhls, der über die geotechnischen Maßnahmen beim Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Augsburg und München berichtete.

Nach den ersten beiden Vorträgen wurden die Bachelorabsolventen der Fachgruppe in einer kleinen Feierstunde von dem Fachgruppensprecher Prof. Kukla verabschiedet, wobei jeder Absolvent kurz mit dem Thema seiner Bachelorarbeit vorgestellt wurde und eine Urkunde sowie ein kleines Präsent überreicht bekam.

Verabschiedung der Bachelorabsolventen durch Prof. Kukla.

Verabschiedung der Bachelorabsolventen der Fachgruppe durch den Fachruppensprecher Prof. Kukla (links).

Nach der Mittagspause war Dr. Friederike Meyer von CDM Smith aus Bochum mit ihrem Vortrag mit dem Thema “Geotechnische Herausforderungen beim Neubau der U5 in Berlin” an der Reihe, in dem sie über die Anforderungen des Baugrunds beim Neubau der sogenannten “Kanzlerlinie” vom Reichstag bis zum Alexanderplatz berichtete. Den nächsten Vortrag mit dem Thema “Geotechnische Herausforderungen beim Bau von Gasturbinen-Kraftwerken in der Niederrheinischen Bucht” hielt Rudolf Hagen vom Geotechnischen Büro Prof. Dr.-Ing. H. Düllmann GmbH, in dem er insbesondere über die Anforderungen über die Gründungen beim Kraftwerksbau erzählte.

Nach einer kurzen Pause, in der die Jury Gelegenheit hatte, die ausgestellten Poster zu bewerten, wurde der diesjährige Posterpreis der Vereinigung der Aachener Geowissenschaftler verliehen. Den ersten Platz belegte Jasmin Blomeyer, den zweiten und dritten Platz belegten Rabea Viße bzw. Annett Hufe.

Außerdem wurde der Lehrpreis der Fachschaft Geologie und Mineralogie verliehen. Der Preis in der Kategorie “Innovation in der Lehre” ging an Prof. Janos Urai. Die Aus-zeichnung in der Kategorie “besondere Leistungen in der Lehre” an Prof. Thomas Rüde und schließlich der Preis in der Königsklasse “Beste Lehre” an Dr. Stefan Back.

Verleihung des Lehrpreises: Innovation in der Lehre an Prof. Janos Urai.

Verleihung des Lehrpreises der Fachschaft Geologie und Mineralogie. Der Preis in der Kategorie “Innovation in der Lehre” ging an Prof. Janos Urai (rechts).

Den Abschlussvortrag hielt Dr. Rainer Hart von der Hart Consult International GmbH aus Neuwied über den Bau und insbesondere die Setzungsproblematik der Internationalen Rennstrecke in Shanghai, an deren Planung und Bau er mit seiner Beratungsfirma aus Neuwied beteiligt war. Dabei wusste er über viele interessante und manchmal auch überraschende Details zu berichten, die bei der Umsetzung eines solchen Projekts entstehen. Wir hoffen, dass die vielen Gäste und Zuhörer genauso viel Freude und Spaß hatten wie wir selbst. Wir möchten die Gelegenheit an dieser Stelle nutzen, uns noch einmal bei allen Besuchern für ihr Interesse, allen Helfern für ihre Mitarbeit und ganz besonders bei den Referenten für ihre spannenden Vorträge zu bedanken.

Dr. Tomas M. Fernandez-Steeger, Lehrstuhl für
Ingenieurgeologie und Hydrogeologie

Veröffentlicht am 1. November 2012 unter Förderung, Geotag von Redaktion

Geotag 2011 der Fachgruppe GuG

Das Lehr- und Forschungsgebiet Geologie – Endogene Dynamik richtete am 1. Juli 2011 den diesjährigen Geotag der Fachgruppe für Geowissenschaften und Geographie aus. Das bunte Programm bestand aus Reihe von Vorträgen der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Fachgruppe zugehörigen Institute sowie einer Ausstellung, in der Geräte und Anwendungen präsentiert wurden. Die Fachgruppe freute sich erstmalig Kollegen und Kommilitonen der Universtäten Bonn und Köln und des Forschungszentrums Jülich als Gäste und Beitragende begrüßen zu dürfen, angeregt und initiiert vom ebenfalls aktiven Geoverbund ABC/J. Das Programm wurde durch die Vergabe der VAG-Posterpreise, eines Fotopreises für studentische Teilnehmer und durch die Vergabe des Lehrpreises der Fachschaft, mit dem in diesem Jahr Professor Ralf Littke (LEK) ausgezeichnet wurde, abgerundet. Das Thema der Veranstaltung lautete kurz und bündig „Geländearbeit – klassische und moderne Konzepte“. Geländearbeit wird in jeder unserer Arbeitsgruppen durchgeführt, jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. So ergibt es sich, dass klassische und moderne Methodiken stets in unterschiedlicher Gewichtung zum Einsatz kommen. Zwei Eröffnungsvorträge sollten in das Thema einführen. Seitens der Geologie wählte Professor Walter als Vortragstitel „Tatort Gelände“. Er wollte damit ausdrücken, dass sich ein Geologe im Gelände ähnlich wie ein Ermittler in einem Mordfall zunächst mit einem ihm unbekannten „Gegenstand“ konfrontiert sieht, dessen Identität und Vorgeschichte es zu klären gilt, damit die richtigen Schlussfolgerungen gezogen und geeignete Maßnahmen vorgeschlagen werden können.

Bild zum Eröffnungsvortrag

Prof. R. Walter hält den Eröffnungsvortrag mit dem Titel „Tatort Gelände“.

„Wahrnehmen – Erkennen – Verstehen“ , das sind – in dieser Reihenfolge — die von dem ermittelnden Geologen zu fordernden Fähigkeiten. Schon vor 400 Jahren formulierte der Arzt und Bergmann Georg Bauer, genannt Agricola, für diese — geistige –Prozessfolge die Kurzformel „Mente et malleo“ („mit Verstand und Hammer“). An Hand von drei Beispielen beschrieb Professor Walter seine Erfahrung, dass sich in den letzten 60 Jahren an den für eine erfolgreiche geologische Problemlösung im Gelände notwendigen Erkenntnisschritten Wahrnehmen –Erkennen – Verstehen nichts, bezüglich ihrer praktische Realisierung allerdings manches geändert hat. Das erste Beispiel betraf eine geologische Erstkartierung eines Grundgebirgsausschnitts in Nordwest-Spanien in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Der Geologe war hier allein auf einfache Werkzeuge wie Hammer, Lupe, Feldbuch und Kompass und auf seinen Kopf angewiesen. Und trotzdem war das Ergebnis seiner Geländearbeit bis auf den heutigen Tag brauchbar und nützlich. Ganz andere Bedingungen galten 40 Jahre später für ein geowissenschaftliches Forschungsvorhaben im Ural. Vorkenntnisse der russischen Kooperationspartner aus früheren Geländeuntersuchungen mussten kritisch geprüft und berücksichtigt werden. Die unmittelbare individuelle Wahrnehmung im Gelände wurde ergänzt durch geophysikalische Daten und die Ergebnisse von Laboruntersuchungen an gezielt entnommenen Gesteinsproben. Die Datenbasis für die Wahrnehmung und das Erkennen von Sachverhalten hatte sich also deutlich erweitert und war das Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit vieler Geowissenschaftler. Ein Verstehen der Zusammenhänge, also die Zusammenschau und das Verknüpfen aller Beobachtungen zu einem Gesamtbild, musste sich dagegen wie eh und je im Kopf jedes Einzelnen abspielen. Und heute? Je nach Aufgabenstellung liegen heute für die meisten zu bearbeitenden Geländeausschnitte sei es eine Lagerstätte oder eine Baustelle, reichlich einschlägige geologische Informationen vor. Und in zunehmendem Ausmaß stehen für die Ermittlung notwendiger weiterer Daten geeignete Messgeräte zur Verfügung, die halbautomatisch oder auch schon automatisch eine Fülle – manchmal auch eine Überfülle – an Werten liefern. An Daten für die Wahrnehmung und das Erkennen geologischer Sachverhalte besteht also heute kein Mangel mehr. Den Zusammenhang aller dieser Daten zu verstehen und aus ihnen ein Gesamtbild abzuleiten, dazu bedarf es aber immer auch einer individuellen, von Sachwissen und Erfahrung getragenen Wertung und Plausibilitätskontrolle.

 

Demonstration des Georadars

Benjamin Koster (NUG) demonstriert interessierten Studierenden
den Georadar im Innenhof der Ahornstrasse 55.

Insofern behält die Marke „Mente et malleo“ auch heute noch ihre volle Gültigkeit für jede geologische Geländearbeit. An die Stelle des Hammers mögen inzwischen alle möglichen Highttec-Gerätschaften zur Datenermittlung und -verarbeitung getreten sein. Eine zielführende Verknüpfung ihrer Informationen ist dagegen weiterhin auf die intellektuellen Fähigkeiten des individuellen Gehirns einschließlich seines Gedächtnisses angewiesen. Die Universitäten müssen heute ihren Studierenden beides vermitteln: erstens, das Wahrnehmen und das Erkennen geo-relevanter Sachverhalte im Gelände unter Nutzung einschlägiger unterstützender Hilfsmittel der Datenermittlung und –verarbeitung („malleo“); und zweitens, die Befähigung zur Zusammenführung des Wahrgenommenen und Erkannten zu kohärenten Schlussfolgerungen und ggfs. Vorschlägen für geeignete Maßnahmen („mente“).

Joyce Schmatz (Geologie Endogene Dynamik RWTH Aachen)

Veröffentlicht am 2. Juli 2011 unter Förderung, Geotag von Redaktion