Geotag 2016

Der diesjährige Geotag am 1. Juli 2016 steht dieses Jahr unter dem Motto “Grundwasser – Quo Vadis? Zustand – Risiken – Herausforderungen” und wird in der Couvenhalle der RWTH Aachen stattfinden.

Das vorläufige Programm sieht folgende Punkte vor:

09:00 – 9:15
Begrüßung

09:15 – 10:00
Dr. Sabine Bergmann (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW)
Aufgabenstellungen im Bereich Grundwasser in NRW

10:00 – 10:45
Dr. Nils Cremer (Erftverband)
Findet im Grundwasserleiter ein Nitratabbau statt und wie hoch ist die „Lebensdauer“ des Nitratabbaupotenzials?

10:45 – 11:30
Kaffeepause

11:30 – 12:15
Univ.-Prof. Dr. Christoph Schüth (Technische Universität Darmstadt)
Natürliche Grundwasserradioaktivität: Ergebnisse aus Saudi Arabien zur Relevanz und Ursachen. Übertragung der Ergebnisse auf die großen Aquifersysteme in Nordafrika.

12:15 – 13:00
Univ.-Prof. Dr. Gudrun Massmann (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)
Organische Spurenstoffe im Grundwasser: Wo müssen wir hinschauen?

13:00 – 15:00
Mittagspause

15:00 – 15:30
Verleihung der Lehrpreise der Fachschaft GeoRes

15:30 – 16:30
Verabschiedung der Absolventinnen und Absolventen (SS15, WS 15|16)

16:30 – 17:00
Posterpräsentation und Exponante (neue Methoden) mit Sekt, Salzgebäck, Kaffee, Gebäck

17:00 – 18:00
Öffentlicher Abendvortrag der VAG

18:00 – 20:00
Verleihung Posterpreis der VAG und Mitgliederversammlung VAG
Parallel: Alumni berichten

Am Abend
Sommerfest der Fachschaft GeoRes

02.07.2016
VAG-Exkursion: Maastricht unter Leitung von Univ.-Prof. em. Dr. Roland Walter

Veröffentlicht am 30. Mai 2016 unter Allgemein, Allgemein, Geotag, Termine von Redaktion

Kamingespräch Januar 2016

Erfahrung des Veranstalters

Am 28.01.2016 war es soweit: Auf Initiative der VAG fand in den Räumen des Ingenieurbüros für Umweltfragen ein weiteres Kamingespräch statt.

Mit 10 interessierten Masterstudenten und der damit erreichten, maximalen Teilnehmerzahl wurde es ein langer Abend, denn auch nach dreieinhalb Stunden waren die letzten Fragen noch nicht ganz beantwortet! Nach einem Projektüberblick der Tätigkeiten des Büros im In- und Ausland wurde zusätzlich auf die derzeit stark nachgefragten AZB’s (Ausgangszustandsberichte gem. Industrie - Imissionsschutzrichtlinie) eingegangen und auf die besondere Bedeutung für geologische Perspektiven in diesem Bereich hingewiesen.

Ergebnis war – und ein größeres Lob könnte es wohl kaum geben – dass sich 5 Teilnehmer spontan für ein Praktikum oder eine Arbeit im Büro beworben haben bzw. sich für eine Masterarbeit in diesem Bereich interessierten.

Alle Teilnehmer haben dieses Kamingespräch sehr begrüßt und wünschten sich noch mehr dieser Veranstaltungen! „Sie haben mir heute die Angst vor dem Berufseinstieg genommen – jetzt kann ich mir besser vorstellen, wie es nach dem Studium weitergeht“, so keine Einzelmeinung, die bestätigt, dass die VAG mit solchen Veranstaltungen eine ganz wichtige Thematik aufgegriffen hat!

Insgesamt wurde bedauert, dass der Praxisbezug im Studium einen zu geringen Stellenwert hätte, sodass auch nicht unerhebliche Unsicherheiten in der Wahl der jeweiligen fachlichen Spezifizierung beständen. „Ist meine Vertieferrichtung Energy and Mineral Resources wirklich eine sichere Grundlage für den zukünftigen Arbeitsmarkt“ oder ähnliche Fragen, die natürlich auch nicht im Rahmen eines Kamingespräches beantwortet werden können.

Aber so konnte zumindest die Möglichkeit des Einblicks in ein Beispiel aus dem „wahren Berufsleben“ mit all seinen Facetten neben der eigentlichen Anwendung des im Studium Erlernten (Verantwortung mit der Erstellung eines Gutachtens, kaufmännische Gesichtspunkte, Akquisition, Mitarbeiterführung, Versicherung eines Büros usw.) im Rahmen dieses Kamingespräches gegeben werden. So nahm nicht zuletzt auch die Frage, ob es möglich ist, sich nach dem Studium direkt selbstständig zu machen, einen breiten Raum an diesem Abend ein!

Fazit aus Sicht des Unterzeichners: Das Kamingespräch ist eine gute Idee der VAG und sollte unbedingt verstärkt angeboten werden

Harald von Reis (Ingenieurbüro für Umweltfragen)

Erfahrung der studentischen Teilnehmer

Das Netz der Aachener Geowissenschaftler ist sehr eng und gut verknüpft, trotzdem mangelt es noch immer an Einblicken für Studierende in die tatsächlichen Arbeitsgebiete der hier ansässigen Unternehmen. Sich nach fünf Jahren geowissenschaftlichem Studium zu orientieren, mag den wenigsten Studierenden leicht fallen. Der Einladung zum Kamingespräch am 28. Januar 2016 im Ingenieurbüro für Umweltfragen sind demnach jene besonders gerne gefolgt, die lernen wollten, was das Berufsfeld eines Sachverständigen im Bereich von Umweltfragen ausmacht.

Ein Abend in gemütlicher Runde, bei dem es besonders um seine interessanten, verschiedenen Tätigkeitsfelder ging, bot dazu beste Gelegenheit. Dipl. Geol. Herr von Reis und Herr Thiemann stellten aktuelle und vergangene Projekte dar, erzählten Anekdoten und gingen sehr offen auf unsere Fragen ein. Dass es besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen wichtig ist, thematisch auch über den Tellerrand zu schauen, wurde hierbei sehr deutlich. Sich für Kunden in Verfahrenstechnik, Maschinenbau, Architektur und die Besonderheiten verschiedener Projekte einzuarbeiten kann dabei spannend und lehrreich sein. Das widersprach dem Bild der kleinen Ingenieurbüros, das viele von uns hatten.

Es wurde uns die Angst genommen, es würde erwartet, dass wir als perfekte, alleskönnende Berufsanfänger einsteigen müssten. Vielmehr wurden wir darin bestärkt, unsere Lernbereitschaft aufrecht zu halten und offen für Neues zu sein. Auch wurden wir ermutigt, verschiedene Wege auszuprobieren und es zu wagen, uns in verschiedene Richtungen zu orientieren, da die Arbeit in einem Ingenieurbüro nicht weniger spektakulär als die in einem der großen, globalen Unternehmen sein muss. Sich als frischer Masterabsolvent selbstständig zu machen, ist zwar nicht mehr ohne weiteres möglich, dennoch war es sehr interessant zu erfahren, wie der Weg in die Selbständigkeit aussehen kann und welche Probleme und Möglichkeiten dies mit sich bringt. Herr von Reis verdeutlichte an vielen Stellen, wie wichtig ein gutes Netzwerk für die Funktionsfähigkeit eines Gutachter- und Ingenieurbüros ist.

Alle Teilnehmer des Kamingesprächs waren sich darüber einig, dass solche Veranstaltungen gerne häufiger stattfinden können. Besonders, um den Bekanntheitsgrad der ansässigen Firmen unter den Studierenden zu steigern und damit auch die Chancen für kompetenten, interessierten Nachwuchs und deren potentielle Arbeitgeber zu erhöhen. Das Engagement der Alumni der letzten Jahre ist dabei sicherlich besonders hilfreich.

Greta Müller (Teilnehmerin)

Veröffentlicht am 20. April 2016 unter Allgemein, Allgemein, Förderung, Kamingespräch, Kamingespräch von Redaktion

Philippinen-Exkursion 2016

Im Rahmen der diesjährigen Geothermie-Exkursion ging die Reise Ende Februar für 8 Tage auf die Philippinen.

Die Metropolregion Metro-Manila ist mit etwa 12 Millionen Einwohnern knapp 3,5 mal so groß wie Berlin. Schon die Anreise durch das Verkehrschaos von Manila stellte für die 7 Studierenden und die begleitenden Dozenten Prof. Dr. Christoph Clauser und Dr. Sönke Reiche eine kleine Herausforderung dar.

Die erste Nacht in der Hauptstadt fiel etwas kürzer aus, da am nächsten Morgen direkt ein Highlight auf dem Programm stand: eine Überquerung des Calderasees und die anschließende Besteigung vom Taal-Vulkan. Mit drei ineinander liegenden Calderen ist der Taal-Vulkan weltweit einzigartig. Er zählt auf den Philippinen zu einem der aktivsten Vulkane und wird aufgrund seiner direkten Nähe zur Metro Manila (~60 km) ständig überwacht.

Exk-Philippinen 2016 - Taal-Vulkan

Blick auf den Taal-Vulkan (Foto: N. Maarschalkerweerd)

Als Geologe ist man das Wandern gewöhnt. Dennoch waren alle Beteiligten froh, dass das Wetter nicht ganz so sonnig war, denn der Aufstieg zum Calderarand hatte die eine oder andere steile Etappe. Belohnt wurde der Aufstieg mit einem wunderschönen Blick in den Vulkankrater mit Kratersee. Im Anschluss an die Wanderung wurde die Überwachungsstation des Taal-Vulkans besichtigt, die vom Philippinischen Institut für Vulkanismus und Seismologie (PHIVOLCS) betrieben wird. Wegen des hohen Gefahrenpotenzials, das vom Taal-Vulkan ausgeht, ist die Station dauerhaft mit Personal besetzt. Die um den Vulkan installierten Messgeräte schicken ihre Daten sowohl zur Beobachtungsstation, als auch zur Überwachungszentrale in Manila.

Am dritten Tag stand der Besuch des ersten Kraftwerkes an. Das Mak-Ban Geothermiekraftwerk gehört auf den Philippinen zu den ältesten Geothermieanlagen und wird derzeit von zwei verschiedenen Firmen betrieben. Die Erste, Aboitiz Power, unterhält die Turbine und den Generator mit einer installierten Leistung von etwa 450 MWe. Die Firma setzt sich auch verstärkt für die umliegende Bevölkerung ein, die in direkter Nähe zum Kraftwerk und den zahlreichen Pipelines lebt. Innerhalb des Hauptgebäudes gibt es ein sehr informatives und interaktives Besucherzentrum für schulische Zwecke. Die zweite Firma, Philippine Geothermal Production Company (PGPC), ist Besitzer der geothermischen Ressourcen und stellt den zur Stromerzeugung nötigen Dampf bereit. Nach den sehr ausführlichen Sicherheitseinführungen gab es einen Rundgang über das Gelände zu den Produktions- und Reinjektionsbohrungen. Dabei war es sogar möglich, die erste Bohrung zu betrachten, die nach knapp 40 Jahren noch immer produziert.

Exk-Philippinen 2016 - Mak-Ban Kraftwerk

Erste Produktionsbohrung des Mak-Ban Kraftwerks (Foto: Christoph Clauser)

Am darauffolgenden Tag besichtigten wir das seit 2014 betriebene Maibarara Geothermiekraftwerk mit einer installierten Leistung von 20 MWe. Das in unmittelbarer Nähe zu Mak-Ban gelegene Kraftwerk bestach durch seine Modernität und einen kompakten Aufbau. Das Maibarara Geothermiefeld wird nur von einem Unternehmen (MGI) geführt. Das Team hat durch eine sehr freundliche, kompetente Einführung und anschauliche Besichtigung für rege Begeisterung unter den Studierenden gesorgt, sodass das anschließende Treffen mit dem Philippinischen Department of Energy (DoE) für viele zu früh stattfand. Beim DoE trafen wir u.a. Herrn Rainier Halcon, der uns die Rolle der Geothermie auf den Philippinen erläuterte. Mit dem seit 2008 geltenden „Renewable Energy Act“ wird ein 30-Jahresplan verfolgt, der das Ziel hat, den Anteil der geothermischen Energie auf etwa 15 % zu erhöhen. Momentan stehen die Philippinen weltweit an zweiter Stelle in der Stromerzeugung aus Geothermie und Ziel ist es, diese Position zu behalten, oder noch weiter auszubauen.

Als Nächstes ging es mit einem Inlandsflug nach Legazpi, einer Stadt am Fuß des Mt. Mayon, der aufgrund seiner Symmetrie als schönster Vulkan der Welt bezeichnet wird. Vom Provinzflughafen fuhren wir direkt zum BacMan Kraftwerk. Nach einer abenteuerlichen Serpentinenfahrt mit Regenwaldfeeling gab es die nächste Sicherheitseinweisung, diesmal sogar mit Verteilung von Warnjacken. Das BacMan Kraftwerk wurde im Jahr 1994 in Betrieb genommen und besitzt eine installierte Leistung von 150 MWe.

Exk-Philippinen 2016 - BacMan Gruppenbild

Gruppenbild vor einer heißen Quelle nahe des BacMan Kraftwerks gemeinsam mit unseren philippinischen Gastgebern der Firma EDC (Foto: Christoph Clauser).

Am nächsten Morgen besuchte die Gruppe das Tiwi-Kraftwerk. Es ist das älteste Geothermiekraftwerk der Philippinen und hat eine installierte Leistung von 160 MWe. Genau wie das Mak-Ban Kraftwerk gliedert sich Tiwi in zwei verschiedene Unternehmensbereiche. Dampf wird von der Firma PGPC bereitgestellt und von der Firma Aboitiz Power zu Strom umgewandelt.

Die spontane Besichtigung eines aktiven Bohrplatzes war ein Höhepunkt der Exkursion. Für fast alle war es das erste Mal, dass man eine Bohrung hautnah miterleben konnte. Besonders aufregend war, dass die Gruppe keine 15 m vom Bohrturm entfernt stehen konnte, während der Chefingenieur sich die Zeit nahm, sämtliche Fragen der Studierenden zu beantworten.

Die für den Nachmittag angesetzte Wanderung zu Reisterrassen und einer bekannten Gesteinsformation, den Green Hills, musste wegen schlechten Wetters leider abgesagt werden.

Der Rückflug nach Manila am nächsten Morgen war weniger turbulent als der Hinflug nach Legazpi. In Manila besuchten wir die PHIVOLCS-Zentrale, von wo aus sämtliche Geogefahren des Landes überwacht werden. Besonders die Erdbebenüberwachungsabteilung besticht durch ihre Modernität, und wir erhielten einen ausführlichen Einblick in die Arbeit der dort beschäftigten Seismologen.

Der krönende Abschluss dieser Exkursion war das Ausprobieren des Erdbebensimulators. Er kann Beben bis zu einer Stärke von 7 auf der Richterskala simulieren.

Nach einer Abschlussbesprechung am nächsten Morgen machten sich alle Teilnehmer entweder auf den Weg in die Heimat oder begaben sich auf Weiterreise um das Land noch ein wenig auf eigene Faust zu entdecken.

Vielen Dank an die VAG für die Unterstützung dieser wunderbaren Exkursion!

Die Teilnehmer der Philippinen Exkursion

Veröffentlicht am 26. März 2016 unter Allgemein, Allgemein, Exkursion, Förderung von Redaktion

Zechstein-Exkursion 2015

Im März 2015 war es wieder soweit. Die aus VAG Fördermitteln unterstütze, fünftägige Zechsteinexkursion stand als erste Exkursion des Masters auf dem Programm. Das Ziel: Das ehemalige Zechstein Meer in Deutschland. Dafür ging es erstmal Richtung ehemalige innerdeutsche Grenze in das beschauliche Sontra, wo wir für die ersten Nächte Quartier bezogen. In näherer Umgebung war die Grenze zwischen Rotliegend und Zechstein an mehreren Aufschlüssen gut zu erkennen. Die Dünensedimente aus dem Rotliegend waren durch das schmale dunkle Band des Kupferschiefers von den Karbonaten des Zechsteins getrennt. Im ehemaligen Steinbruch in Cornberg konnte man sogar erste Spuren von Protosauriern bestaunen. Nach so vielen Informationen musste am ersten Abend der Exkursion das Erlebte erstmal mit selbstgekochtem Essen und den dazu passenden Getränken verdaut werden. Das Soziale durfte natürlich auch nicht zu kurz kommen, schließlich waren im Herbst viele neue Studierende nach Aachen gekommen, um die alteingesessenen zu verstärken. Neue Freundschaften wurden spätestens an dem Abend geschlossen und mit Vorfreude auf das Highlight der Exkursion, die Einfahrt ins Salzbergwerk, ging es dann früher oder später ins Bett.

Exk-Zechstein 2015 - Kupferschieferband

Da fehlen doch 130 Millionen Jahre! Das schwarze Kupferschieferband überlagert Phyllite aus dem Oberdevon (Foto: Lars Reuning)

Bei Nebel ging es dann am nächsten Morgen Richtung Thüringen, wo das Erlebnisbergwerk Merkers die Tore für uns öffnete. Unter Tage erwartete uns ein riesiger Salzbunker, der heute als Konzertsaal genutzt wird und verschiedene weitere Stopps, die vielleicht nicht alle auf das Alter unserer Gruppe ausgelegt waren. Für die wissenschaftliche Anreicherung der Untertageführung sorgte Lars Reuning. So erkannten wir Salzdeformationen, die Kalisalzschichten im Steinsalz, für die das Bergwerk damals angelegt wurde, und lernten etwas über die sieben Zechstein-Zyklen, die in Deutschland abgelagert wurden. Wieder zurück an der Oberfläche sahen wir entlang der Werra Aufschlüsse von metamorphen devonischen Schiefern die von Karbonaten des Werra-Zyklus diskordant überlagert wurden. In der Nähe von Eschwege, das vielen von uns noch aus der Bachelor-Kartierung bekannt ist, sahen wir dann noch stratigraphisch höher gelegene Ablagerungen aus dem Leine-Zyklus.

Exk Zechstein 2015 - Merkers

Zu Gast im Salzbergwerk Merkers (Foto: Lars Reuning).

Am nächsten Tag verließen wir unsere Bleibe in Sontra und machten uns auf den Weg Richtung Celle. Auf dem Weg dahin stand noch ein weiterer Bergwerksbesuch auf dem Programm. Der Rabensteiner Stollen ist ein ehemaliges Kohlebergwerk, was dank der tektonischen Lage Steinkohle aus dem angrenzenden Berg gewinnen konnte. Die aus dem Perm stammende Kohle war aber von sehr schlechter Qualität, sodass die Förderung in der Neuzeit nur in Notzeiten stattfand.

Von Celle aus ging es dann Donnerstag und Freitag jeweils in das ExxonMobil Kernlager in Nienhagen. Hier mussten wir in Kleingruppen einen von mehreren ausgelegten Bohrkernen untersuchen und in den richtigen Ablagerungsraum einordnen. Am letzten Tag wurden die Ergebnisse präsentiert und zeitgleich ein anderes Naturschauspiel bewundert. Bei bestem Wetter konnten wir nämlich im Gegensatz zu den im verregneten Aachen gebliebenen Kommilitonen und Kommilitoninnen die partielle Sonnenfinsternis beobachten. Bevor es zurück nach Aachen ging, konnten wir am von ExxonMobil gesponserten Essen noch einmal Energie für die Rückfahrt tanken. Zurück in Aachen konnten wir dann auf eine aufschlussreiche Woche zurückblicken, die uns das jüngste Zeitalter des Paläozoikums näher gebracht hat und in der wir das Erlernte aus der Vorlesung von Lars im Gelände und an Borkernen anwenden konnten.

Simon Schöer für die Exkursionsgruppe

Veröffentlicht am 8. März 2016 unter Allgemein, Allgemein, Exkursion, Förderung von Redaktion

Türkei-Exkursion Oktober 2015

Eine Gruppe von 18 Studierenden und die beiden Betreuer Prof. Dr. Christoph Clauser und Dr. Sönke Reiche reisten für die diesjährige Geothermie-Exkursion Anfang Oktober 2015 für eine Woche in die Westtürkei. Unsere Exkursionsroute folgte dabei dem Menderes-Graben, einer 150 km langen, etwa Ost-West-orientierte Pliozänen Grabenstruktur, die von der Stadt Denizli bis zur Ägäisküste südlich von Izmir verläuft. Entlang des Grabens werden mitunter Temperaturen von über 200°C in Tiefen von unter einem Kilometer erreicht. Dieses Gebiet eignet sich daher in hohem Maße zur geothermischen Stromerzeugung und seit Explorationsbeginn in den 1960ern wurden zahlreiche Geothermiekraftwerke entlang des Grabens erbaut.

Exk-Türkei 2015 - Bohrturm

Bohrturm (Foto: Christoph Clauser).

Unsere Gruppe traf sich am Abend des 04. Oktobers in der Millionenstadt Izmir und wir erkundeten das lebendige Stadtgebiet um den Bahnhof Basmane. Der nächste Tag begann mit einem kulturellen Highlight – einer Besichtigung der Ruinen von Ephesos. Nach reichhaltigem Mittagessen, fuhren wir mit dem von uns gecharterten Bus nach Germencik, wo wir an dem gleichnamigen Geothermiekraftwerk Mitarbeiter der Firma Güris trafen. Mit einer installierten elektrischen Leistung von 47 MW ist dies derzeit eines der größten Geothermiekraftwerke der Türkei und wir bestaunten die einzelnen Komponenten dieser modernen Anlage.

Exk-Türkei 2015 - Geothermiekraftwerks

Separatoren des Germencik Geothermiekraftwerks (Foto: Christoph Clauser).

Für die nächsten beiden Tage begleitete uns Prof. Dr. Nevzat Özgür von der Universität in Isparta. Prof. Dr. Nevzat Özgür ist auf die Untersuchung hydrothermaler Wässer im Gebiet des Menderes-Grabens spezialisiert. Gemeinsam besuchten wir mehrere heiße Quellen und die Studierenden bekamen die Gelegenheit chemisch-physikalische Parameter wie Temperatur, pH-Wert und Leitfähigkeit an Wasserproben zu bestimmen. Ein Besuch der Kalksinterterrassen von Pamukkale gehörte zu den Höhepunkten unserer Exkursion. Ganz ähnliche Kalkausfällungen konnten wir in der nahegelegenen Kaklik-Höhle beobachten, wo sich wenige Meter unter der Erdoberfläche ein „Miniatur-Pamukkale“ offenbarte. Die Geothermiekraftwerke Kilzidere I und II liegen im östlichen Teil des Menderes Grabens, unweit der Sinterterrassen von Pamukkale. Dort wurden wir am fünften Exkursionstag von Mitarbeitern der Firma Zorlu empfangen, die uns umfassend über die Exploration und Nutzung des dortigen geothermischen Reservoirs informierten. Neben einer Besichtigung des Kilzidere I Kraftwerks (10 MW), wurden wir durch die neue Anlage Kilzidere II geführt – mit einer installierten elektrischen Leistung von 85 MW das derzeit größte Geothermiekraftwerk der Türkei. Zorlu arbeitet momentan an einer erweiterten Nutzung des dortigen Reservoirs und wir konnten dies bei einem eindrucksvollen Besuch einer nahegelegenen und gegenwärtig betriebenen Tiefbohranlage erleben.

Zurück in Izmir angekommen stand am nächsten Tag ein Besuch der Firma Izmir Jeotermal auf dem Programm, die im Westen der Stadt etwa 4400 Gebäude mit geothermisch gewonnener Fernwärme versorgt. Herr Sezer von Izmir Jeotermal navigierte uns zu den im Viertel verteilten Anlagen und wir besuchten diverse Injektionsbohrungen und Wärmetauscher. Am Nachmittag folgten wir der Einladung von Prof. Dr. Atilla Ulug und besuchten das Institut für Meereswissenschaften in Izmir. Nach einem Kolloquium über die Tektonik des östlichen Mittelmeerraums mit Vorträgen der Gastgeber und von Dr. Sönke Reiche, stand eine gemeinsame Schiffsfahrt mit einem der institutseigenen Forschungsschiffe auf dem Programm. Bei herrlichem Wetter genossen wir die Fahrt durch den Golf von Izmir – ein toller Ausklang einer wirklich spannenden Exkursion.

Exk-Türkei 2015 - Gruppenfoto

Gruppenfoto auf einem Forschungsschiff des Instituts für Meereswissenschaften in Izmir (Foto: Christoph Clauser).

Neben interessanten Kraftwerksbesuchen und eindrucksvoller Geologie, haben besonders unsere Gastgeber die Exkursion entscheidend geprägt. Ihre Bereitschaft uns auf unserer Exkursion zu begleiten, uns ihre Firmen und Anlagen zu zeigen und mit uns für einen Nachmittag in See zu stechen, bereicherte den fachlichen Gehalt unserer einwöchigen Türkeireise durch die Erfahrung großzügiger Gastfreundschaft.

Schon jetzt freuen wir uns auf die nächste Geothermie-Exkursion. Im Frühjahr 2016 reisen wir dazu auf die Philippinen. Herzlichen Dank an die VAG für die dafür zugesagte Unterstützung!

Sönke Reiche (Applied Geophysics & Geothermal Energy)

Veröffentlicht am 31. Oktober 2015 unter Allgemein, Allgemein, Exkursion, Förderung von Redaktion

Verleihung des Lehrpreises der Fakultät

Im Rahmen einer Feierstunde fand die Absolventenfeier der Fakultät Georessourcen und Materialtechnik der RWTH Aachen statt. 264 Absolventen und Absolventinnen der Master-, Magister- und Diplomstudiengänge sowie 79 Doktoranden wurden verabschiedet. Während der Feierlichkeiten wurden erstmalig die Gewinner des Lehrpreises 2012 bekannt gegeben: Dipl.-Ing. Christian Wuppermann, vom Institut für Industrieofenbau
und Wärmetechnik im Hüttenwesen, und Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas R. Rüde vom Lehr- und Forschungsgebiet Hydrogeologie teilen sich den mit 5.000 Euro dotierten Preis. Die beiden Preisträger wurden für ihre fachliche und didaktische Kompetenz ausgezeichnet sowie für ihre Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich und detailliert zu vermitteln und dabei einen aufgeschlossenen Umgang mit den Studierenden zu pflegen.

 

Veröffentlicht am 1. November 2012 unter Allgemein, Allgemein, Sonstige von Redaktion